Es ist wohl ein Verlangen, das so alt ist wie die Reiselust selbst: Einen Urlaub an einem wunderschönen Ort verbringen, der noch nicht massentouristisch ausgeschlachtet, aber trotzdem erschwinglich und zudem einfach zu erreichen ist. Ein erstrebenswertes Ziel, doch, so möchte man fast glauben, nicht mehr zu realisieren. Die schönen Flecken dieser Erde sind inzwischen mit Hotelklötzen zugepflastert oder für den Normalbürger nicht zu bezahlen, oder gleich beides.
Aber ist das wirklich so? Denkste! Es gibt sehr wohl noch schöne Orte, die man bequem erreichen kann und in denen der Massentourismus sich noch nicht durchgesetzt hat. Beispiel gefällig? Montenegro. Wie, noch nie gehört? Montenegro ist ein kleiner Staat an der Adriaküste auf dem Gebiet des ehemaligen Jugoslawien. Seit 2006 unabhängig, war Montenegro schon in früheren Zeiten als Teil Jugoslawiens ein beliebtes Reiseziel. Das kleine, aber stolze Land mit nur 672.000 Einwohnern verfügt über herrliche Kies-/Sandstrände, sehenswerte Altstadtkulissen, pulsierende Ortschaften voll mediterraner Lebenslust und im Hinterland sogar über beeindruckende Felsformationen. Und das alles auf der Fläche von Schleswig-Holstein!
Bislang kommen größtenteils französische und russische Touristen nach Montenegro, und zwar hauptsächlich zum Baden. Doch überlaufen ist die idyllische Küste an der Adria damit noch keineswegs. In den sehenswerten Ortschaften Bar, Budva, Kotor und Petrovac etwa gibt es zwar eine Vielzahl von Hotels, doch überlagert deren Klientel (noch) nicht das städtische Leben in Cafés, Restaurants und an den Strandpromenaden. Das Meer lädt mit milden Temperaturen zum Baden ein, und auf jeden Touristen-Strand kommt eine kleine, ruhige Badebucht, die es zu entdecken gilt.
Am besten, man quartiert sich als Tourist in einem der netten Hotels an der Küste ein und erkundet mit dem Mietwagen die umliegende Gegend. Da gibt es unglaublich viel zu entdecken, und das für einen vergleichsweise kleinen Preis. Es empfiehlt sich aber, Montenegro bald zu erkunden, denn es ist anzunehmen, dass auch hier der Massentourismus nach und nach Fuß fassen wird. Er ist schon jetzt die Haupteinnahmequelle dieses zwar wunderschönen, aber wirtschaftlich eher schwächelnden Landes.

