Als ich zum ersten Mal auf der Insel Korsika war, hat sich mich von Anfang an verzaubert. Mit ihrem italienischen Flair an der Küste und dem französischen anmutigen Inland ist es kein Wunder, dass die Korsen ein eigenes, unabhängiges Völkchen sein wollen, sind sie doch weder Fisch noch Fleisch.
Neben der Stadt Ajaccio, in der der Verwaltungssitz ist, und Bastia, der wichtigsten Hafenstadt, ist Sartène als korsischte aller korsischen Städte unbedingt einen Besuch wert. Nach Sizilien, Sardinien und Zypern ist Korsika die viertgrößte Mittelmeerinsel. Und genauso wie in ihren politischen Ausrichtungen sind auch das Klima und die Geologie der Insel von zweigeteilter Natur. Man hat an den Küsten tolle Sandstrände, heißes Klima, während sich im Inneren der Insel, steile Berge, Felsen emporragen, auf denen oftmals bis zum Ende des Frühjahrs noch Schnee liegen kann, und die Natur hier alles im Griff hat.
Zudem durchziehen viele Flüsse Korsika, die die schönsten Erlebnisse bergen. Sie rauschen wild und bahnen sich ihre Wege durch die dichtbewachsenen Wälder. Mein schönstes Erlebnis war, durch die Flüsse zu wandern, zu schwimmen, die großen, aus dem Wasser ragenden Felsen zu besteigen und auf der anderen Seite wieder in das kühle Nass zu springen. Immer wieder muss man sich mit Raffinesse und einem Seil daran machen, entlang den Gebirgsflüssen zu wandern. Und wenn man keine Lust mehr hat, dann lässt man sich im Wasser treiben, springt von Lianen ins Wasser und lässt sich auf einem großen Stein trocknen.
Korsika lockt auch vor allem viele Sportler an: Radlfahrer, Windsurfer und Bergsteiger/wanderer und Kanufahrer. Es ist eben keine kleine Insel, auf der man nicht weiß was man machen soll, sondern es gibt an jeder Ecke etwas zu entdecken.
Auch Geschichtlich hat Korsika einiges zu bieten. Als Geburtsstadt des großen Napoleon Bonaparte wurde sie zunehmend von einem französischen Einfluss geprägt. Dies hatte zur Folge, dass die Korsaren zur Minderheit auf der eigenen Insel. Die Sprache wurde aus Schulen verbannt und die Kultur der Korsaren weiter und
weiter zerstört. So dass sich seit einigen Jahren eine Bewegung, die für die Unabhängigkeit der korsischen Bevölkerung kämpft, heraus kristallisiert hat. Vor lauter Angst, diese Gegenbewegung könnte die Einheit Frankreichs bedrohen, verhielt sich die französische Regierung eher ablehnend den vermeidlich Aufständischen gegenüber. Die Aufspaltung Frankreichs wird nicht zum Wohle einer Minderheit geduldet. Doch schnell musste Frankreich einsehen, dass ein Schutz der korsischen Kultur eingeräumt werden musst, damit sie nicht vollends verschwindet.
So verbirgt sich hinter den steilen Klippen, den sanften Stränden und den wilden, rauschenden Flüssen Korsikas eine immense Vielfalt an Entdeckungen.











